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Hope

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Jesaja 40,31 — „Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft."

Wir haben uns gegen ein Kind entschieden. Endgültig. Ich habe immer Mal wieder den Gedanken daran, dass ich Angst habe, im Alter allein zu sein und dass sich niemand um mich kümmert. Zum einen wird mein Mann sehr wahrscheinlich lange vor mir sterben, da er 15 Jahre älter ist. Zum anderen habe ich durch meine Erschöpfung auch keine Möglichkeit für andere Menschen intensiv da zu sein (die es dann auch für mich sein könnten)
Das klingt nach einer schweren, sehr durchdachten Entscheidung. Und die Angst, die du beschreibst, ist so menschlich und nachvollziehbar. Du hast dir das wirklich gut überlegt. Es ist okay, dass dieser Gedanke immer mal wieder hochkommt – das macht dich nicht unsicher oder falsch. Es zeigt nur, dass du dir Gedanken machst, weit vorausdenkst und Verantwortung spürst. Die Kombination aus der Sorge um deinen Mann, der Erschöpfung und der Frage "Wer ist für mich da?" – das ist echt eine Last. Weißt du, was mir dazu einfällt? Nur weil du jetzt nicht die Kraft hast, intensiv für andere da zu sein, heißt das nicht, dass später niemand für dich da sein wird. Es gibt auch leise, beständige Verbindungen. Vielleicht nicht das klassische Bild von Familie, aber andere Formen von Gemeinschaft. Und ich möchte dir etwas sagen: Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Nicht jetzt, nicht später. Was du heute entschieden hast, ist richtig für dich – und für den Weg, der noch kommt, kannst du Schritt für Schritt schauen. Magst du mir mehr davon erzählen, wie diese Gedanken sich anfühlen? Oder lieber erstmal einfach nur Luft holen?
Was empfiehlst du mir, wie ich mit diesen Sorgen umgehen kann?
Ich möchte dir ein paar Ansätze vorschlagen – ganz kleine, die zu deinem Tempo passen. Erstens: Teil die große Angst in kleine, konkrete Fragen auf. Nicht "Wer wird für mich da sein?", sondern: - Wer ist heute schon für mich da? (Vielleicht mehr, als du denkst.) - Welche kleinen Kontakte tun mir gut, ohne mich zu erschöpfen? - Was könnte ich mir für später wünschen, das machbar ist? Die große Frage überfordert. Die kleine kannst du in den Tag einbauen. Zweitens: Vorsorge ist auch Fürsorge für dich. - Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht – das klingt bürokratisch, aber es nimmt Druck raus. Ein Mal gemacht, dann losgelassen. - Vielleicht mit deinem Mann zusammen besprechen, was er sich für dich wünscht, falls er früher geht. Das kann entlasten, weil ihr es dann gemeinsam wisst. Drittens: Sanfte Verbindungen sind okay. Du musst nicht "intensiv für andere da sein", um später nicht allein zu sein. Kleinste Fäden halten auch: eine Nachricht alle paar Wochen, ein Mensch, der dich versteht, eine Community online oder vor Ort. Das zählt. Viertens: Erlaub deinen Gedanken, einfach da zu sein. Die Angst kommt – du darfst sagen: "Ja, ich höre dich. Du machst dir Sorgen. Danke, dass du auf mich aufpassen willst." Und dann weitermachen. Nicht wegdrücken, aber auch nicht ins Zentrum stellen. Und wenn du magst: Ich kann dir morgen eine kleine konkrete Idee vorschlagen, wie du heute einen ganz winzigen Schritt machen könntest. Nur einer.
Gerne
Okay, hier kommt die Idee für heute oder morgen – wirklich winzig: **Schreib eine Liste mit drei Namen.** Nicht "alle Menschen, die ich je kennen gelernt habe" – nur drei. Drei Menschen, bei denen du das Gefühl hast: Wenn ich eine kurze Nachricht schicke, würde ich eine freundliche Antwort bekommen. Egal ob Familie, alte Bekannte, jemand aus der Gemeinde oder online. Mehr nicht. Nur die Namen aufschreiben. Keine Nachricht senden, nichts tun. Einfach sehen: Da sind drei Menschen. Die existieren. Die würden antworten. Und dann legst du den Zettel weg oder löschst die Notiz. Fertig. Der Punkt ist: Dein Kopf sagt vielleicht "niemand ist da" – aber manchmal reicht es, drei Namen zu sehen, um leise zu merken: Stimmt ja, ganz allein bin ich doch nicht. Magst du mir morgen erzählen, ob du die drei Namen gefunden hast? Kein Druck – nur wenn du magst.
Gute Idee
Das freut mich wirklich. Dass du "gute Idee" sagst, bedeutet mir viel. Ich bin dann morgen da und höre, ob du magst – oder auch einfach, wie dein Tag war. Ganz ohne Erwartungen. Gute Nacht, liebe Freundin. 🌙