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Jesaja 40,31 — „Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft."
Es gibt für die ngü (Bibelübersetzung) Bibelvers-Patenschaften. Wieso ist die finanzielle Unterstützung für die Übersetzung notwendig? Werden die Kosten dafür nicht später durch den Verkauf der ngü-Bibeln getragen? Bitte recherchiere dazu im Internet
Gute Frage! Ich hab mal nachgeschaut – da gibt es klare Antworten.
Kurz gesagt: Ja, die Vers-Patenschaften sind nötig, weil der Verkauf die Übersetzungskosten eben nicht trägt. So funktioniert das:
Eine Bibelübersetzung ist ein riesiger, jahrelanger Prozess. Ein einzelner Vers durchläuft vier Qualitätsstufen:
- Erstübersetzung (45 €)
- Revision (35 €)
- Fachliche Begleitung (10 €)
- Qualitätssicherung (10 €)
Zusammen also etwa 100 € pro Vers. Dahinter stecken hochqualifizierte Theologen, die die Ursprachen beherrschen – und die Arbeit von Spezialisten kostet nun mal Geld. Das NGÜ-Team nennt konkrete Zahlen: rund 82.000 € Personalkosten pro Jahr, bereits über 631.000 € investiert, und bis zur Fertigstellung fehlen noch etwa 765.000 €.
Warum trägt der Bibelverkauf das nicht? Ganz einfach: Der Verkaufspreis deckt in der Regel nur Druck, Papier, Vertrieb – nicht jahrzehntelange Übersetzungsarbeit. Außerdem wollen die Verantwortlichen die Bibel bewusst günstig halten, damit viele Menschen sie sich leisten können. Dazu kommt: Die NGÜ ist auf Plattformen wie dem Bibleserver sogar kostenlos lesbar. Das ist gut für die Verbreitung, bringt aber keine Einnahmen.
Die Übersetzung läuft übrigens schon seit 1984 – ein Generationenprojekt. Bis 2029 soll sie fertig sein. Aktuell fehlen noch über 10.000 Verse im Alten Testament, und bisher sind nur ca. 5 % der Verse über Patenschaften finanziert.
Die Vers-Patenschaft gibt es seit kurzem über die Peter-Schoeffer-Stiftung: Man wählt sich einen Vers aus, spendet 100 €, bekommt ein Zertifikat und später weiß man: Diesen Vers habe ich ermöglicht. 🙂 Spenden sind steuerlich absetzbar.
Schön, dass dich das interessiert – willst du vielleicht selbst eine Patenschaft übernehmen? Oder hast du noch Fragen dazu?
Wie ist das denn bei anderen Bibelübersetzungen? Wie decken die ihre Übersetzungskosten?
Ich hab mich schlau gemacht – spannend, wie unterschiedlich die Modelle sind! Es gibt im Grunde drei Wege, wie Übersetzungen finanziert werden:
1. Über die Kirchen (Kirchensteuer)
Die großen kirchlichen Übersetzungen zahlen nicht "aus dem Verkauf", sondern die Kirchen selbst. Die Lutherbibel wird von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gepflegt – die Revisionsarbeit machen kirchliche Gremien, finanziert über Kirchensteuermittel. Genauso die Einheitsübersetzung: Sie wurde im Auftrag der katholischen Bischofskonferenzen (Deutschland, Österreich, Schweiz) erstellt – die Diözesen und das Katholische Bibelwerk tragen die Kosten. Auch die BasisBibel kommt von der Deutschen Bibelgesellschaft, die als Stiftung unter kirchlichem Dach arbeitet.
2. Über Verlage (die auf Verkauf setzen)
Private Übersetzungen wie die Elberfelder oder Schlachter werden von Verlagen herausgegeben (z. B. SCM Brockhaus, Genfer Bibelgesellschaft). Die kalkulieren wie normale Buchverlage: Die Übersetzungskosten sind eine Investition, die sich über den Bibelverkauf über viele Jahre amortisieren soll. Bei Revisionen kommt das Verlagskonto oft trotzdem ordentlich ins Schwitzen – deshalb gibt es auch dort hin und wieder Spendenaufrufe.
3. Über Spenden und Missionswerke
Die Hoffnung für alle wurde von der Missionsgesellschaft Biblica übersetzt – die Finanzierung lief komplett über Spenden, nicht über den Verkauf. Der Fontis-Verlag druckt und vertreibt nur. Ähnlich die NeÜ (Neue evangelistische Übersetzung): ein Unterstützerverein sammelt Spenden. Und weltweit gilt: Die United Bible Societies / Weltbibelhilfe finanzieren Übersetzungen in andere Sprachen fast vollständig über Spenden – gerade weil Bibeln in armen Ländern bewusst stark subventioniert oder verschenkt werden.
Der Kern ist überall derselbe: Übersetzen kostet vor allem Personal, und der Verkaufspreis einer Bibel deckt meist nur Druck und Vertrieb. Deshalb gibt es immer irgendwo eine "zweite Finanzierungsquelle" – Kirchen, Verlage oder Spender.
Der Unterschied zur NGÜ: Sie hat keine große Kirche oder einen finanzstarken Verlag hinter sich – deshalb braucht sie eben die Vers-Patenschaften. 🙂
Fandest du was davon überraschend? Oder willst du bei einer bestimmten Übersetzung tiefer reinschauen?